Ich atme ziemlich gern. Und ich schlafe auch ziemlich gern. Seit ich zwei Philips-Luftreiniger der 600er-Serie zu Hause habe, weiß ich allerdings, dass selbst eine Marke, der ich vertraue, mir nicht unbedingt beides gleichzeitig ermöglicht.

Fairerweise haben meine ersten beiden Luftreiniger die Luft bei mir zu Hause tatsächlich deutlich verbessert. Ich hatte sie gekauft, weil meine Kaninchen das Atmen in Innenräumen nicht gerade angenehmer machten, und der Unterschied war erheblich. Das Problem war das unablässige Piepen bei jeder Einstellungsänderung, ob von Hand oder nach Zeitplan. Philips bestätigte mir, dass sich das nicht abschalten lässt. Nicht gerade ideal für ein Gerät, das neben mir laufen soll, während ich schlafe.

Als ich einen dritten Luftreiniger speziell fürs Schlafzimmer brauchte, wollte ich Philips noch nicht ganz aufgeben. Ich entschied mich für den PureProtect Mini 900 Series AC0950/10 und hoffte auf dieselbe wirksame Luftreinigung, aber mit besserer Verarbeitung, etwas mehr Intelligenz und deutlich weniger unnötigem Lärm. Diesmal hat Philips meiner Meinung nach die richtige Balance gefunden.

Philips 900 Series AC0950/10 auf einer Kommode im Schlafzimmer

Ein Luftreiniger, der sich wirklich hochwertig anfühlt

Seien wir realistisch: Im Grunde ist ein Luftreiniger ein Kunststoffzylinder mit Löchern, einem Filter und einem Ventilator, der Luft durch das Ganze befördert. So viele Möglichkeiten gibt es nicht, das besonders aufregend aussehen oder wirken zu lassen. Trotzdem fühlt sich der 900 deutlich hochwertiger an als die einfacheren Modelle, die ich benutzt habe. Die Konstruktion wirkt solider, die Designdetails sind ausgefeilter, und ich habe nicht ständig das Gefühl, die billigste Ausstattungsvariante erwischt zu haben.

Ein kleines Detail an der Unterseite gefällt mir besonders: Das Gerät hat tatsächlich richtige Gummifüße. Beim günstigeren 600 waren die Aussparungen dafür ins Gehäuse geformt, aber die Gummifüße selbst fehlten. Das erinnerte mich an die Blindschalter im Armaturenbrett eines Autos in Basisausstattung, von denen jeder einen freundlicherweise auf eine Funktion hinweist, für die man nicht bezahlt hat. Beim 900 hat Philips die Arbeit wenigstens zu Ende gebracht.

Ich würde erwarten, dass die Gummifüße Vibrationen dämpfen, statt sie direkt auf die Unterlage zu übertragen. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, habe ich nicht gemessen. Aber für ein Gerät, das im Schlafzimmer möglichst leise laufen soll, sind sie ein sinnvolles Detail und tragen zum hochwertigeren Gesamteindruck bei.

Philips 900 Series AC0950/10 kopfüber auf einem Bett, mit geöffnetem Boden und sichtbarem Filter

Ein schickes Touchdisplay, das ich meistens ausschalte

Die beleuchteten Touch-Bedienelemente und die Luftqualitätsanzeige oben sehen ziemlich gut aus. Farbige Signale informieren über die Luftqualität, und das Ganze wirkt durchdachter als eine Reihe einfacher Knöpfe. Im Alltag lasse ich das Display allerdings ausgeschaltet. Ich muss nicht danebenstehen und dem Luftreiniger dabei zusehen, wie er mir bestätigt, dass er arbeitet. Ich vertraue darauf, dass er seine Sache macht. Vor allem aber möchte ich beim Schlafen ein dunkles Schlafzimmer.

Ein nützliches rotes Bürstensymbol leuchtet auf, wenn der Hauptfilter gereinigt werden muss. Die Philips Air+ App erinnert mich ebenfalls daran. Wie man auf meinem Foto sieht, versucht mich diese Erinnerung gerade ziemlich eindringlich auf etwas hinzuweisen, das ich wohl endlich erledigen sollte.

Philips 900 Series AC0950/10: Nahaufnahme des beleuchteten Touch-Bedienfelds

Reinigt er die Luft wirklich?

Staub, Pollen, Schadstoffe und allerlei anderer Schmutz werden immer irgendwo in der Luft herumschweben. Und wenn der Luftreiniger sie nicht auffängt, landet ein Teil davon möglicherweise in meinem körpereigenen Luftfilter: der Lunge. Mir ist es wesentlich lieber, wenn der Philips möglichst viel davon herausfiltert, statt die ganze Arbeit meiner Lunge zu überlassen.

Also ja, das tut er, und das bleibt das Wichtigste an der ganzen Sache. Meine Erfahrung mit Luftreinigern begann damit, dass ich zu Hause merklich leichter atmen konnte und die Luft frischer wirkte. Der 900 erledigt diese Aufgabe weiterhin, ohne großes Aufheben darum zu machen. Ich beschreibe hier das, was ich im Alltag mit diesen Geräten erlebt habe, keine Ergebnisse aus dem Labor.

Philips gibt für den AC0950/10 eine Clean Air Delivery Rate von 250 m³/h an, gegenüber 170 m³/h bei der 600er-Serie. Auf dem Papier ist das ein ordentlicher Sprung bei der Reinigungsleistung. Und es ist schön zu wissen, dass man beim teureren Modell nicht einfach nur für ein hübscheres Bedienfeld zahlt.

Auch die Filterung ist aufwendiger. Der 900 hat einen dreistufigen Filter mit Vorfilter, Philips NanoProtect HEPA und Aktivkohle. Laut Philips hilft die Aktivkohleschicht dabei, bestimmte Gase und flüchtige organische Verbindungen zu reduzieren, während sich die anderen Schichten um die Schwebstoffe kümmern. Mir gefällt, dass der Filter damit tatsächlich für zusätzliche Aufgaben ausgelegt ist.

Als Ersatz dient der Philips-Filter FY0910/30. Philips sieht je nach Nutzung und Luftbedingungen einen Filterwechsel nach bis zu ungefähr einem Jahr vor, mit regelmäßiger Reinigung zwischendurch. Wie bei jedem Luftreiniger sind Ersatzfilter laufende Kosten. Das sollte man bedenken, wenn man überlegt, wie viel einem sauberere Luft wert ist.

Philips 900 Series AC0950/10: herausgenommener Filter wird hochgehalten

Der Filter des 900 hat an beiden Enden kräftige Gummidichtungen, die dafür sorgen sollen, dass die Luft durch den Filter strömt und nicht daran vorbei. Der Filter des 600 hat solche Dichtungen überhaupt nicht; dort gibt es lediglich etwas billigen Schaumstoff auf der Rückseite des Deckels. Es geht also nicht nur um das Filtermaterial: Beim 900 ist auch die Abdichtung zwischen Filter und Gehäuse deutlich aufwendiger. Nach dem, was ich sehen konnte, dürfte es Staub damit schwerer haben, sich am Filter vorbeizumogeln.

Ich habe den Filter auch herausgenommen und das Innere des Luftreinigers aus der Nähe fotografiert. Und ja, ich weiß: Dass ich so etwas mache, ist ein bisschen traurig. Ich brauche wohl mehr Hobbys. Obwohl der Filter schon etwas staubig war, war das Geräteinnere nach monatelanger Nutzung wirklich erstaunlich sauber. Das war eine angenehme Überraschung. Natürlich kann ich nicht jedem einzelnen Staubkorn durch das Gerät folgen oder das Ganze als wissenschaftlichen Effizienztest verkaufen. Aber die Kombination aus staubigem Filter und beeindruckend sauberem Innenraum ist beruhigend. Solche unspektakulären Konstruktionsdetails schätze ich umso mehr, wenn ich das Gerät selbst geöffnet habe.

Sauberes Geräteinnere des Philips 900 Series AC0950/10 nach monatelanger Nutzung

Ein Automatikmodus, der wirklich etwas bringt

Was die Nutzung des 900 besonders angenehm macht, ist der Automatikmodus. Anstatt selbst zu entscheiden, wann der Lüfter stärker arbeiten soll, überlasse ich das dem Luftreiniger. Er überwacht die Luft, passt seine Geschwindigkeit an und fährt wieder herunter, sobald alles normal ist. Meiner läuft fast immer auf Auto, schlicht weil ich kaum einen Grund gefunden habe, einzugreifen.

Sprüht man in der Nähe etwas Parfüm oder Haarspray, merkt er es beinahe sofort. Der Lüfter dreht hoch, manchmal geradezu begeistert, und wird wieder langsamer, sobald der Sensor zufrieden ist. Es ist überraschend befriedigend zu sehen, wie schnell das Gerät auf das reagiert, was im Raum passiert, statt einfach mit einer zuvor eingestellten Geschwindigkeit weiterzulaufen. Ich höre, wie es reagiert und anschließend wieder leise wird.

Dank dieses Automatikmodus brauche ich keinen Zeitplan mehr auszutüfteln, nach dem der Raum vermutlich mehr Reinigung benötigt. Ich kann das Gerät anschließen, auf Auto stellen und es vergessen. Genau so wünsche ich mir intelligente Funktionen bei einem Haushaltsgerät: Sie sollen mir Arbeit abnehmen, statt mir noch etwas zum Konfigurieren zu geben.

Der AeraSense-Partikelsensor zur Überwachung der Schwebstoffe hat hinten eine eigene Wartungsklappe, die man unten sehen kann. Er lässt sich unabhängig vom Hauptfilter reinigen, und das gefällt mir. Wenn ich einer Maschine Entscheidungen über meine Luftqualität überlasse, möchte ich auch den Sensor selbst sauber halten können. Das ist ein zusätzlicher kleiner Wartungsschritt, aber immerhin hat Philips ihn gut zugänglich gemacht.

Philips 900 Series AC0950/10: Rückseite mit Wartungsklappe für den Partikelsensor

So leise, dass ich ihn kaum bemerke

Wenn die Luft sauber ist und der Lüfter herunterregelt, ist der 900 für mich beinahe unhörbar. In meinem Schlafzimmer fällt er sogar weniger auf als der 600 auf niedrigster Stufe, und der war schon ziemlich leise. Natürlich wird der 900 lauter, wenn er etwas feststellt und hochdreht. Das ist keine Beschwerde. Er macht seine Arbeit und wird danach wieder leise.

Obwohl es einen eigenen Schlafmodus gibt, lasse ich das Gerät normalerweise auf Auto, weil das bei mir so gut funktioniert. Entscheidend ist, dass der 900 leise seiner Arbeit nachgehen kann, ohne das nervtötende Piepen des 600 bei jeder Änderung der Lüftergeschwindigkeit. Ich wollte etwas, mit dem ich atmen und schlafen kann, möglichst gleichzeitig. Das klappt hier.

Eine App, die ich nicht ständig öffnen muss

Die Philips Air+ App fand ich schon immer recht gut. Ich sehe, was der Luftreiniger gerade macht, kann Einstellungen aus der Ferne ändern und erhalte Erinnerungen zum Reinigen oder Austauschen des Filters. Beim 900 übernimmt die automatische Sensorsteuerung allerdings die meisten Entscheidungen, sodass ich die App nicht ständig öffnen muss. Sie ist nützlich, wenn ich sie brauche, und nicht noch etwas, das ich dauernd überprüfen muss. Mir gefällt, dass die Luftreinigung dadurch nicht zu einem Hobby wird.

Falls man neugierig auf die Luft außerhalb des Zimmers ist, hat die App trotzdem noch ein paar zusätzliche Informationen zu bieten. Sie zeigt auch die Luftverschmutzung draußen und die örtliche Pollenbelastung an. Ziemlich nett, finde ich. Wenn ich nur daran denken würde, mal nachzusehen.

Zur Größe

Kommen wir zu einer weniger glamourösen praktischen Frage: Der 900 ist für ein Schlafzimmer immer noch ein ziemlich großes Gerät. Philips nennt diese Luftreiniger kompakt, aber wir sprechen hier über einen recht großen Zylinder, nicht über eine winzige Dekoration für den Nachttisch. Auf vielen Nachttischen würde er fast die gesamte Fläche einnehmen, wenn er überhaupt bequem darauf passt.

Fairerweise hat die Größe vernünftige Gründe. Ein Luftreiniger muss eine brauchbare Luftmenge durch einen Filter bewegen, und dafür braucht der Filter ausreichend Fläche. Macht man das ganze Gerät winzig, zwingt man die Luft durch eine viel kleinere Fläche, was der Lautstärke nicht unbedingt zugutekommt. Ich verstehe also, warum er so groß sein muss. Das macht meine Möbel allerdings auch nicht größer.

Ich habe den 900 und den 600 nebeneinander auf dem Sofa fotografiert. Sie sehen ein bisschen aus wie zwei Kleinkinder, die dort sitzen und fernsehen, und jedes beansprucht seinen eigenen kleinen Platz auf dem Sofa. Ein absurder Vergleich, aber er vermittelt ihre tatsächliche Größe erstaunlich gut. Der 900 ist etwas höher, doch die Stellflächen sind praktisch identisch. Im Alltag benötigen beide gleich viel Platz. Wer Platz für den einen hat, hat im Grunde auch Platz für den anderen. Wer keinen hat, dem hilft keines der Modelle weiter.

Philips 900 Series AC0950/10 und 600 Series nebeneinander auf dem Sofa, mit ähnlich großer Stellfläche

Würde ich ihn empfehlen oder noch einmal kaufen?

Ja und ja. Der 900 macht genau das, wofür ich ihn gekauft habe, und es ist angenehm, mit ihm zu leben. Er reagiert, wenn die Luft Aufmerksamkeit braucht, wird ansonsten fast unhörbar und lässt mich meinen Alltag fortsetzen oder schlafen. Die Bedienelemente sind ordentlich verarbeitet, die Beleuchtung lässt sich abschalten und die Filterkonstruktion wirkt gut durchdacht. Vor allem aber kann ich tatsächlich besser atmen und merke den Unterschied.

Er ist immer noch recht groß, ich muss den Filter weiterhin reinigen und irgendwann ersetzen, und wenn er richtig arbeitet, ist er natürlich nicht lautlos. Aber nichts davon überrascht mich oder ist ein Grund, ihn nicht zu mögen. Die automatische Sensorsteuerung, der leise Alltagsbetrieb, die hochwertigere Konstruktion, die richtigen Gummifüße und die gut sitzenden Filterdichtungen sind Details, die mir wirklich wichtig sind. Diese Verbesserungen sind für mich Gold wert.

In meinem Test des Philips 600 Series habe ich schon gesagt, dass das günstigere Modell die Luft durchaus gut reinigt und dass ich meine beiden Geräte nach wie vor benutze. Der 900 ist aber eine enorme Verbesserung, wenn es darum geht, wie angenehm ein Luftreiniger im Alltag ist, besonders im Schlafzimmer. Ich würde sehr gern noch einen kaufen, statt mit einem weiteren 600 etwas Geld zu sparen. Ein Luftreiniger sollte das Leben angenehmer machen, nicht stören. Wer gern atmet, wird einen solchen Luftreiniger wahrscheinlich zu schätzen wissen. Und wer auch gern schläft, für den wäre dieser Philips meine Wahl.

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